- Technikum
Extrusion: Endlosprofile, Schläuche und Dichtungen
So funktioniert die Extrusion
Beim Extrusionsverfahren wird das Rohmaterial (Granulat oder Mischung) in einem beheizten Zylinder plastifiziert und durch eine rotierende Schnecke kontinuierlich durch ein Werkzeug (Düse) gepresst. Das austretende Profil wird anschließend im Vulkanisationskanal (bei EPDM) oder im Wasserbad (bei PVC/TPE) verfestigt.
| Parameter | EPDM | PVC | TPE |
|---|---|---|---|
| Verarbeitungstemperatur | 60–110°C (Extrusion) + 180–220°C (Vulkanisation) | 160–200°C | 180–230°C |
| Vulkanisation nötig | ✅ Ja (Heißluft/Salzbad/Mikrowelle) | ❌ Nein | ❌ Nein |
| Profiltoleranzen | ab ±0,25 mm je nach Querschnitt (DIN ISO 3302-1 E2) | ab ±0,2 mm je nach Nennmaß (DIN 16941) | ±0,3 mm (ISO 3302-1 E2) |
| Recycling von Abfall | ❌ Eingeschränkt (vernetzt) | ✅ Direkt wiederverwendbar | ✅ Direkt wiederverwendbar |
Coextrusion: Zwei Werkstoffe, ein Profil
Bei der Coextrusion werden zwei oder mehr Materialien gleichzeitig durch eine Düse extrudiert und im Profil miteinander verbunden. So entstehen Hybridprofile mit unterschiedlichen Funktionszonen — z.B. eine harte Trägerschiene aus PP mit einer weichen TPE-Dichtlippe, oder ein EPDM-Profil mit einer beflockten Gleitfläche.
Typische Coextrusions-Kombinationen:
- ✅ EPDM + beflockte Oberfläche (Antiknarzprofile Automotive)
- ✅ Hart-PVC + Weich-PVC (Fensterprofile)
- ✅ PP/PE + TPE (Dichtungsprofile, Glaslaufkanäle)
- ✅ EPDM + Metalleinlage (Klemmprofile)
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